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CHEFDENKER CD/LP Coverbands ist die Zukunft
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Vollständiges Interview fürs Wahrschauer
9. Wollt ihr mit „Der Mann mir dem Hut“ eine bestimmte Botschaft rüberbringen? Wenn ja, welche?
KOLLEGE: Nein.
CLAUS: Der Mann mit dem Hut ist ein mehr oder weniger autobiografischer Text. Ich war als Aushilfsbassist für die Atomaren Übermenschen mit Dominiks Band „die the atomaren Übermenschen“ in Torgau und anschließend zwei Tage Komasaufen in Berlin. Dominik ist in Berlin ständig mit seiner E-Gitarre in der Hand rumgelaufen und hat „Konzerte“ auf irgendwelchen Verkehrsinseln gegeben. Nachdem wir nämlich einen HÖLLENGIG in Torgau vor genau NULL Zuschauern hingelegt hatten, war Dominik der festen Überzeugung, dass sein eigentliches Publikum in zufällig vorbeifahrenden Autos mit Berliner Kennzeichen sitzt. Achja, und einen Hut hatte er die ganze Zeit auf.
GRAF DISCO: Ja, das der Kollege in Berlin mit der Gitarre auf ner Kreuzung steht und vorbeifahrende Leute anpost. Wahre Begebenheit. Reicht doch als Sinn für nen Text.
10. Gleiche Frage wie 9 zu „Der Sinn des Lebens“
KOLLEGE: Die Botschaft lautet: Es gibt nichts, was einen Mann in seiner
Gier nach Metal und Bier stoppen kann!
DIPLOM PSYCHOLOGE PROF. DR. DR. DR. CLAUS: Es geht darum Langeweile und Monotonie zum Erlebnis zu machen. Ficken und Schlägerei wurde in Analogie zum Todes- und Selbsterhaltungstrieb der Psychoanalyse gewählt (selbstverständlich völlig unterbewusst!). Im Text wird die Aussage, Ficken und Schlägerei sei der Sinn des Lebens wiederholt in unterschiedlich formulierten Sätzen zum Ausdruck gebracht. Dasselbe gilt für das Metal-Riff das trotz seiner Mittelmäßigkeit unangemessen oft in Szene gesetzt wird. Einmal über den galoppierenden Rhythmusgitarren und dann noch mal in anderer Tonlage über den Chorusakkorden. Das hat auch einen psychoanalytischen Hintergrund, da die e-Gitarre ja bekanntlich der verlängerte Schwanz des Sologitarristen ist. Das Gitarrenriff ergießt sich also quasi wie Sperma über das gesamte Lied. Der eigentliche Orgasmus (das Gitarrensolo) wird dadurch zur Potenzstörung.
GRAF DISCO: Ich glaube das ist der erste Song überhaupt – aber Botschaft – ich weijß nit warüm.
K.K.: Nur das eines von Claus´ Lieblingswörtern „einhunderttausend“ ist.
11. Habt ihr parallel zu Band noch Berufe, Familie etc?
KOLLEGE: Von CHEFDENKER werden wir nicht satt.
CLAUS: Nö, ich bin seit 22 Semestern Student und kann mir keine Familie leisten, weil ich kein Bafög mehr bekomme.
GRAF DISCO: Student – Familie kommt hoffentlich erst in hundert Jahren, wenn überhaupt. Es gibt erst mal wichtigere Dinge im Leben.
K.K.: Gelegentlich
12. Wie sieht euer Alltag so aus?
KOLLEGE: Genau so stinkend langweilig wie bei jedem anderen auch. Nur
auf Tour wird uns manchmal das überaus große Glück zuteil, mit Groupies
ausgestattet zu werden.
CLAUS: Da ich meinen Alltag individuell gestalte, kann ich das so pauschal gar nicht sagen. In diesem Moment beantworte ich gerade ein Interview.
GRAF DISCO: Aufstehen, Kacken, Kaffee und Zigarette, Vorlesung, Bier trinken, Proben oder Konzerte spielen, Punkten, Schlafen.
K.K.: Neben Schlagzeug spielen kann ich nur noch Essen und Schlafen.
13. Ihr seht ganz schön lieb aus. Ist das Absicht, Protest, Image oder sonst was?
KOLLEGE: Protest gegen absichtliches Image?
CLAUS: Passt doch perfekt zur Musik. Auf der Platte sind sehr viele Liebeslieder. Außerdem kann man uns für goldene Hochzeiten engagieren, da spielen wir dann immer unsere Ballade. Kommt nich so gut, wenn man da mit Nieten im Gesicht aufspielt.
GRAF DISCO: Protest gegen Schwiegersöhne! Was sonst. Blöde Frage.
K.K.: Das Claus suboptimale Frisuren trägt ist Absicht, damit die Audienz mehr auf seine Texte achtet. Aber grundsätzlich sind Musik und Mensch eher als absichtlicher Protest gegen das Image zu sehen.
14. Welche Bedeutung sprecht Ihr diesem Regenschirm Bild und dem Satz „In Bottrop da dröppelt et op de kopp dropp“ (ist das irgendwie übersetzbar?) zu?
KOLLEGE: Ins Hochdeutsche übersetzt heißt das: In Bottrop tropft es auf
den Kopf. Das passiert in der Regel, wenn es regnet. Aber das bedeutet
nichts.
CLAUS: Die 16-Ventile-Platte wurde in Bottrop aufgenommen. Irgendwann sind wir Mittagessen gegangen und es hat angefangen zu regnen. Da meinte der Dominik: In Bottrop da dröppelt et op de Kopp drop. Es bedeutet soviel wie: In Bottrop da tröpfelt es auf den Kopf drauf.
Das dämliche Regenschirmfoto scheint ja unheimlich faszinierend zu sein; wir haben 8 verschiedene Buttonmotive gestanzt, eins davon ist das Regenschirmmotiv. Und das ist mit weitem Abstand unser Buttonverkaufsrenner.
GRAF DISCO: Übersetzt: In Bottrop tropft ein Tropf auf den Kopf drauf. Auch eine wahre Begebenheit. Kollege und ich in Bottrop unterwegs um zu Bewerten, da mal wieder Warten angesagt ist. Studioarbeit eben. Zweieinhalb Stunden einspielen und den Rest der Woche Zeit vertreiben. Naja, jedenfalls beim rumlaufen ist dem Kollegen ein Tropf auf den Kopf getropft. Up Platt heißt das dann anders und das haben wir dann vor lauter Langeweile bis zum gehtnichtmehr ausgeschlachtet. Das Sex-Kino war mit 5,10 Euro Eintritt auch wesentlich zu teuer, um sich wirklich wichtigen Dingen hinzugeben.
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17.09. Rheinberg 02.10. Oberhausen 08.10. Köln 09.10. Kohlscheid 15.10. Rendsburg 16.10. Hamburg 29.10. Schwerte 30.10. Chemnitz 04.11. Köln 05.11. Heidelberg 06.11. Darmstadt 12.11. Pforzheim 13.11. CH-Basel 03.12. Wiesbaden 04.12. Donauwörth 10.12. Göttingen 11.12. Weimar 18.12. Berlin 26.12. Holzminden 28.12. Punk im Pott Festival more
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